4.Aktionstag gegen das GES Plön
0 Kommentare Published Samstag, 15. August 2009 by GES-Koordination in PresseAm Freitag, den 11.9.09., fand die Kampagne "Welcome to Reality: Abolish Capitalism- Die Ideologiemaschinerie des Global Economic Symposium" mit dem "Dezentralen Aktionstag" ihren Abschluss. Das Auftauchen von drei "Autonomen Nationalisten" der AG Kiel, völlig sinnentleerte Festnahmen von AktivistInnen sowie Pfefferspray Attacken durch die Polizei, stellten unangenehme Begleiterscheinungen dieses Abschlusses dar. Die GES-Protestkoordination wird nach einer internen Nachbereitung der gesamten Kampagne öffentlich die Diskussion über die Aktionstage und zukünftige Politik gegenüber des Gipfels suchen.
http://de.indymedia.org/2009/09/259988.shtml &
http://de.indymedia.org/2009/09/260174.shtml), der Demonstration am Dienstag in Kiel (
http://de.indymedia.org/2009/09/260274.shtml) zum Gipfelausrichter, dem "Institut für Weltwirtschaft", einem Infotag für die Plöner Bevölkerung am Mittwoch begleitet durch nächtliche Aktionen (
http://de.indymedia.org/2009/09/260483.shtml) sowie Vokü und Chilloutparty am Donnerstag, fand am Freitag der angekündigte "Dezentrale Aktionstag" in Plön statt. Aufgerufen hatte die GES Protestkoordination, die ihre Mobilisierung für die vier Aktionstage auch als Baustein für eine kontinuierliche antikapitalistische Praxis in der Kieler Linksradikalen versteht, sowie als Basis für breitere Proteste gegen das GES im nächsten Jahr.Nach der zwar allgemein als inhaltlich und praktisch positiv bewerteten, aber mit knapp 150 TeilnehmerInnen nur mäßig bis schwach besuchten Demonstration am Dienstag, waren die Erwartungen an die TeilnehmerInnenzahl für Freitag nicht allzu groß gewesen. Das ca. 50 AktivistInnen dem Aufruf folgten, war in der Hinsicht nicht unbedingt enttäuschend. Mit Transparenten u.a. für globale Bewegungsfreiheit, mehreren großen und einer riesigen Schwarz-Roten Fahen und einem Megaphon zogen diese von dem schwer Polizeibewachten Bahnhof zum ersten Kundgebungsort, der Plöner Arbeitsagentur. Dort wurde in einem improvisierten Redebeitrag auf die herablassenden Praktiken dieser staatlichen Institution aufmerksam gemacht, in der Arbeitslose als Problemfaktoren, als Unfähige behandelt werden, die den Bredürfnissen der Arbeitswelt wieder angepasst werden müssen. Solch eine Ideologie, für die das GES steht, geht immer noch von einem prinzipiellen Wachstum für die Ewigkeit aus, von der Möglichkeit der Vollbeschäftigung, wobei "Beschäftigung" nicht als das wahrgenommen wird, was das Wort in vielen Fällen tatsächlich bedeutet- nämlich prekarisierte Scheißarbeit - sondern als Selbstverwirklichung und Chance zum Wohlstand. Dass diesem offensichtlichen Trugbild in der bürgerlichen Gesellschaft immer noch nachgehangen wird, liegt u.a. an genau den verklärenden Hirngespinnsten, wie sie von Think Tanks wie dem GES entworfen werdne, nämlich dass der potentielle Zustand der bürgerlichen Glückseeligkeit nur durch menschliche Irrationalität bisher verhindert wurde, die durch marktrationale Aufklärung zu besiegen sei.
Nachdem die Kundgebung, die aufgrund des "Hausrechts" des Eigentümers nicht direkt vor dem Eingang der Agentur stattfinden durfte, aufgelöst worden war, bewegten sich die Gruppen versprengt Richtung Innenstadt. Dort fanden sie wieder zusammen, um als unangemeldete Demonstration am Tagungsort Plöner Schloss und dem politischen Kirchentag vorbei zu ziehen. Der Ort der nächsten angemeldeten Kundgebung wurde erstmal links liegen gelassen, und stattdessen eine Zeitarbeitsfirma in der Hamburger Straße belagert. Hier wurde ein Transparent mit der Aufschrift "Leiharbeit abschaffen" entrollt, außerdem verteilten Aktivisten der FAU Flugblätter der bundesweiten Kampagne gegen Leiharbeit (
http://www.leiharbeit-abschaffen.de/). Ein ursprüngliches Vorhaben einiger AktivistInnen, die Räume der Leiharbeitsfirma kurzfristig zu besetzten, wurde im Anbetracht der Kräfteverhältnisse- um die Aktion herum hatte sich eine Riotpolizei Hundertschaft in Stellung gebracht- nicht eingeleitet. Bis zum Beginn der zweiten angemeldeten Kundgebung gegen den Kriegslogisten DHL zerstreuten sich die Gruppen wieder, und mischten sich v.a. unter den politischen Kirchentag, was zu einigen interessanten Begegnungen und Diskussionen führte. Auf der Kundgebung wurden dann die Arbeitsmarkt- und Expansionspolitik der deutschen Post- einem Hauptsponsoren des Gipfels- und speziell die Profitschaffung durch die Beteiligung an Kriegen durch die Deutsche Post Tochter DHL thematisiert. Es wurde auch in Frage gestellt, wie glaubwürdig die alternativen Phrasen des GES angesichts der Teilhabe solcher Großkonzerne wie der Deutschen Post, aber auch Porsche oder BASF sein könne.Nach dem Auflösen der zweiten Kundgebung zogen die zerstreuten Gruppen zu einem angeblichen "Mahnmal" gegen Krieg am Plöner Stadtrand. Auf diesem ist zentral der Spruch "Die Opfer Mahnen uns" zu lesen, daneben ist ein deutscher Soldat zu sehen. Hier wurde verdeutlicht, dass der derzeitige Diskurs um "Frieden" ein scheinheiliger und Kriegsbegünstigender ist, dass gerade in der Krise durch die Intervention des Staates in die Ökonomie die Rüstungsindustrie ungemein ausgebaut werde, sowie dass im Land der TäterInnen ein nicht weiter kommentiertes Statement wie "Die Opfer mahnen uns" geradezu zynisch wirkt. Hier kommt die allgemeine BRD Sicht zum Ausdruck, selbst Opfer der beiden Weltkriege zu sein, die von deutschem Boden über die Menschheit getragen wurden.
Die Polizei hatte diese Aktion gar nicht auf ihrem Schirm gehabt, und reagierte um so verwunderte, als sich die Gruppen kurz darauf in der Innenstadt wieder zusammenfanden. Ziel war nun ein Reisebüro der TUI, zu der sich zu einer erneuten unangemeldeten Demonstration zusammengefunden wurde. Vor der Demo hatte sich ein Aktivist im Anzug einen anderen geschnappt, und schleppte ihn im Polizeigriff unter "heftiger" Gegenwehr zur TUI Filiale, um ihn dort "kostengünstig abschieben zu lassen". TUI verdient über eine aufgekaufte österreichische Airline durch Charterflüge, die die EU organisiert, an Abschiebung. Dies wurde auf der spontanten Kundgebung vor der TUI thematisiert, genauso wie die repressive Abschiebepolitik der EU und der BRD insgesamt. Dass dabei eine Angestellte der TUI leicht in Panik ausbrach und aus der Filiale flüchtete, war eine unangenehme Begleiterscheinung einer ansonsten gut funktionierenden Aktion. In der Situation war es leider nicht möglich, mit der Frau ins Gespräch zu kommen, und ihr zu signalisieren, dass hier keiner ihr etwas zu leide tun wollte. Hier wäre es in den nächsten Tagen angebracht, nochmals für Klarheit zu sorgen.
Nur wenige Meter weiter die Fußgängerzone entlang entdeckten einige AktivistInnen dann drei Nazis der "AG Kiel", unter ihnen der bekannte Schläger Daniel Zöllner. Nachdem die Information durchsickerte, zog die gesamte Spontandemo vor das Café, in dem die Nazis saßen; von hier aus wurde den PassantInnen, anderen Café BesucherInnen sowie dem politischen Kirchentag von der Anwesenheit der Nazis berichtet, was jedoch keine Person großartig Interessierte. Da sich alle AktivistInnen spontan und unvorbereitet in diese Situation begeben hatten, konnte leider von zielgerichtetem Handeln keine Rede sein; vielmehr standen alle eher ratlos vor den Nazis herum, die sich grinsend ihre Handschuhe anzogen und provokativ mit einem kleinen Messer rumspielten. Die OrganisatorInnen beschlossen daraufhin, die AktivistInnen zur letzten angemeldeten Kundgebung vor der Ausländerbehörde zu mobilisieren, da ein konsequentes Einschreiten gegen die Nazis sich nicht zu entwickeln schien; die Stimmung unter den AktivistInnen war im Anschluss deutlich schlechter.
Vor der Ausländerbehörde wurde noch ein Redebeitrag zur Politik dieser Einrichtung gehalten, und zur solidarischen Selbstorganisation zur Bekämpfung dieser menschenverachtenden Politik aufgefordert. Damit gingen die Aktionstage gegen das GES offiziell zu Ende. Der Anmelder der Demonstration wurde daraufhin von der Polizei angesprochen, sie wolle die AktivistInnen nun zum "Schutz" gegen mögliche Naziübergriffe "begleiten". Darauf wurde nicht weiter eingegangen- warum, sollte sich nur 100 Meter weiter in Richtung Bahnhof zeigen. Einige AktivistInnen der "Clowns Army" hatten mit Kreide (!) etwas gegenüber der Polizeiwache geschrieben- und wurden dafür recht brutal festgenommen. Die herbeieilenden Mensch, die sich mit ihnen solidarisierten, wurden von der Polizei aggressiv angegangen, zwei Menschen bekamen Pfefferspray direkt ins Gesicht gesprüht, ohne danach weiterhin ein Interesse für die Polizei darzustellen. Der Aufforderung, die Festgenommenen allein zu lassen und Richtung Banhnhof zu ziehen, wurde nicht entsprochen. Erst als alle wieder aus der Wache entlassen waren, kehrten die angereisten AktivistInnen nach Kiel zurück.
Alles in allem machten sich nach diesem Tag gemischte Gefühle breit. Das Aktionskonzept war gegenüber der massiven Polizeipräsenz insofern bis zu den Festnamen erfolgreich, als dass die Polizei keinen Überblick über das Treiben der AktivistInnen hatte, und so unangemeldete Demonstrationen und Kundgebungen durchgesetzt werden konnten. Diese waren jedoch zum Teil etwas unstrukturiert und unorganisert; die Aktion mit den Nazis war ein absoluter Reinfall. Mit mehr Beteiligung wäre natürlich auch mehr möglich gewesen- also genung Optionen fürs nächste Jahr!!!
Plön: Aktionen und Kundgebungen gegen GES
0 Kommentare Published Montag, 10. August 2009 by GES-Koordination in PresseOriginalartikel unter Indymedia
Zusammenfassender Bericht über den 2. Aktionstag der Kampagne „Welcome to Reality! Abolish Capitalism- Die Ideologiemaschinerie des Global Economic Symposium sabotieren!“ Bisher gab es bereits ein Demonstration
http://de.indymedia.org/2009/09/260274.shtml , sowie auch einige militante Ausdrücke von Protest in Kiel
http://de.indymedia.org/2009/09/259988.shtml &
http://de.indymedia.org/2009/09/260174.shtml
An mehreren Brücken, Pfeilern und Häusern auf der Strecke Kiel-Plön sowie in Plön selbst werden mehrere Transparente unübersehbar platziert. Auf ihnen sind u.a. zu lesen: „Utopie des Kapitalismus zerfetzen“, „Keine Angst vor SchlossGESpenster“ (in unmittelbarer Sichtweite zum Tagungsort Plöner Schloss), „Abolish Capitalism“, „Kapitalismus töted“, „Feuer & Flamme dem Kapitalismus“, „Alles nur GESabbel“.
15:00 Uhr Plöner Innenstadt
Angemeldete Kundgebung der GES Protestkoordination auf dem Kirchenvorplatz angemeldet. Diese war in
erster Linie dazu gedacht, mit den Plöner und Plönerinnen in Kontakt zu
kommen. Am Anfang erschienen nicht bloß mehrere Polizisten in Uniform und
Zivil, sondern auch zwei Beamte der Kreisverwaltung, welche persöhnlich
sicherstellen wollten, dass der Auflagenbescheid (kein Müll! Infostand
auf 3 m² am Brunnen!)) auch unterschrieben wurde. Die Uniformierten
Staatshüter zogen bald ab, mehrere Streifenwagen umkreisten jedoch
regelmäßig den Marktplatz. Mindestens zwei Zivilpolizisten saßen die
nächsten drei Stunden extrem auffällig-unauffällig auf Bänken links und
rechts der Kundgebung herum.
Zunächst wurde gegen die sinnlose Auflage, sich in einem gschätzten
Abstand von 5 Metern vor der Fußgängerzone aufzuhalten, nicht
angegangen, so dass öfters vom Megaphon Gebrauch gemacht werden musste,
um auf die Existenz des Standes aufmerksam zu machen. Doch auch so
gesellten sich gleich zu Beginn interressierte BürgerInnen dazu, um mit
den AktivistInnen ins Gespräch zu kommen. Auf dem Infostand wurden
neben dem Aufruf der GES Protestkoordination zahlreiche Print- und DVD
Medien mit antikapitalistischem Themenbezug angeboten. Die Bandbreite
reichte u.a. von den Filmen "Das Ende der Vertretung/ Emmely und der Streik
im Einzelhandel" oder "Strike Bike", über Bücher wie „Klassen + Kämpfe“ der jour fixe, Infobroschüren über Globalisierung und Anarchosyndikalismu bis zu zapatistischen
Gegenentwürfen zur herrschenden Gesellschaftsform.
Am Rande der Kundgebung wurden von einem im Anzug als GES Teilnehmer
getarntem Aktivisten gefakte "Begrüßungsschreiben" des GES an die
PassantInnen verteilt. Diese thematisierten auf ironische Weise den
elitär-authoritären Charakter des GES (Text siehe unten).
Irgendwann wurde es den anderen AktivistInnen zu dumm, weiterhin an dem
ihnen zugewiesenen Standort "am Brunnen" zu verweilen, und verlegten
den Infotisch kurzentschlossen direkt an die Fußgängerzone. Dort sollte
es dann mit den Gesprächen mit PassantInnen erst richtig losgehen. Im
Minuten Takt wurden alle TeilnehmerInnen in Gespräche verwickelt, und
aufgrund der verschiedenartigen Zusammensetzung der
GesprächspartnerInnen entbrannte auch unter den PassantInnen selbst
hitzige Debatten. Sowohl TeilnehmerInnen des GES, als auch ein Polizist
und drei Bundeswehrsoldaten erregten sich am Thema
"Herrschaftsideologie", und stießen mit ihren Ansichten nicht bloß auf
Widerspruch in den Reihen der AktivistInnen. Das schließlich auch jede
dieser Personen irgendwann bei "Ja, ist schon ein Scheißsystem"
angelangte, wirkte doch recht erheiternd. Weniger Spaß verstand ein
Mann, der sich als "von der Kripo" ausgab, und wütend das einsammeln
von zwei kaputten Plakaten forderte.
Nachdem alle GES-Fake Texte, zahlreiche Aufrufe sowie auch einige
Infobroschüren zu den Themen "Globalisierung und Widerstand" unter die
Menge gebracht werden konnten, lösten die VeranstalterInnen die
Kundgebung wie geplant um 18:00 Uhr auf.
Hier noch der Text des GES- Begrüßungsfake:
Liebe Plönerinnen und Plöner!
Wir, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen
Global Economic Symposiums (GES), heißen Sie herzlich Willkommen in Ihrer
schönen Kreishauptstadt! Fühlen Sie sich frei, sich fast uneingeschränkt im
Stadtgebiet zu bewegen. Mit einem speziellen Passierschein können Sie sogar das Areal rund um die Fielmann Akademie betreten. Aber auch abgesehen davon haben Sie zwei Tage lang die seltene Ehre, hochrangige Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ihre Nachbarinnen und Nachbarn nennen zu dürfen. Lassen Sie sich nicht von den Zäunen, Absperrungen und dem Sicherheitspersonal abschrecken: WIR vom GES sind anders, denn WIR setzten auf Dialog! So bescherten wir bereits am vergangenen Mittwoch Schülerinnen und Schülern des hiesigen Gymnasiums zwei äußerst lehrreiche Schulstunden mit einem Besuch in ihrer Aula. Diesen jungen Menschen konnte erfolgreich vermittelt werden, dass unsere Interessen- die der globalen Wirtschaftselite- auch die Ihrigen und die aller anderen Menschen dieser Welt sind. Und so sind wir gespannt auf die Anregungen und Ideen, die uns die Schülerinnen und Schüler für das GES mitgeben werden. Denn auch wenn diese jungen Leute den komplizierten Kosmos unseres Wirtschaftssystems noch nicht ganz durchschauen können, ist es für uns doch wichtig, zu wissen, was die Generation der zukünftigen Angestellten und Manager für Gedanken hat. Qualifizierungsmaßnahmen sowie neue Werbekonzepte lassen sich so schon im Voraus konzipieren, und somit viel Geld sparen. Vielen Dank dafür!!!
Unsere Welt hat sich Dank ausgefeilter Marktstrategien in den letzten 50 Jahren in einen wunderbaren Ort des Fortschritts entwickelt. So ist es heute möglich, überall und zu jedem Zeitpunkt zu arbeiten- flexibilisierte
Arbeitsmärkte, supranationale Abkommen und die modernen
Kommunikationstechnologien machen es möglich. Ganze Erdteile, deren Entwicklung lange Zeit unmöglich schien, sind heute in der Lage, für den Weltmarkt zu produzieren. Hätte sich ein chinesischer Reisbauer vor 20 Jahren vorstellen können, dass er in Zukunft Computerteile für Deutschland produzieren würde? Und auch deutsche Arbeitslose kannten bis vor wenigen Jahren nicht das Glück, bei ihrer Suche nach einer Anstellung (oftmals kostenlos!) von einem Computer unterstützt zu werden. In diesem komplexen und wunderbaren System greift ein Rädchen ins andere. Auf Treffen wie dem GES dirigieren wir dieses Konzert aus Handel, Produktion und Verwaltung, in dem auch Sie, lieber Plönerinnen und Plöner, die zweite Geige spielen.
Dass dabei auch Verstimmungen auftreten können, müssen wir zugeben. Gerade zurzeit haben wir mit erheblichen Dissonanzen im Orchester der
globalen Wirtschaft zu kämpfen. Und genau deshalb ist uns ja auch der Dialog
mit allen Musikantinnen und Musikanten so wichtig. Wenn Ihnen etwas an der
Organisation der Gesellschaft nicht passt, nur raus damit. Stellen Sie sich mit
Ihrer Kritik nicht ins Abseits, in dem Sie die Probleme in die eigene Hand
nehmen- vertrauen Sie sich lieber Leuten an, die etwas davon verstehen. Wir
nehmen Ihre Sorgen Ernst, schließlich sind auch wir auf Menschen wie Sie
angewiesen. Wenn Sie in diesen nicht ganz leichten Zeiten den Kopf nicht
verlieren und sich ruhig verhalten, werden sich die Bilanzen unserer Klienten
auch irgendwann wieder erholen. Und dann bekommen alle den Stück vom Kuchen, den sie verdienen. Also, Kopf hoch, und in die Hände gespuckt!
Ihre Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Global Economic
Symposiums 2009
Nacht von Mittwoch auf Donnerstag:
In der gesamten Plöner Innenstadt werden herrschaftskritische Parolen an entsprechende Orte gesprayt. In ihnen werden z.B. die Geschäfte mit Abschiebung angeprangert- so war bei TUI entsprechend zu lesen: „Kapitalismus heißt Abschiebung“; aber auch „Kapitalismus heißt Krise“ wurde so zentral in die Plöner Innenstadt getragen. Weitere Ziele der Nachtaktiven AktivistInnen waren mehrere Banken in der Innenstadt sowie- gleich mehrmals- Augenoptiker Fielmann, dessen Akademie als Hausherrin des Plönerschlosses Gastgeberin des Gipfels ist; außerdem mischt der Fielmann Konzern selbst kräftig in der Agenda mit.
Noch härter getroffen wurde Kriegslogist DHL (Deutsche Post Tochtergesellschaft). Hier ging eine Scheibe zu Bruch, ergänzt durch einen Farbanschlag. An dieser Stelle ist für morgen, den dezentralen Aktionstag auch eine Kundgebung angemeldet.
Zum Abschluss gab es dann das im Vorfeld angekündigte „Begrüßungsfeuerwerk“ für die TeilnehmerInnen des Gipfels. Laut, grell und Bunt wurde die Plöner Nacht in direkter Nähe zum Tagungsort durch Feuerwerkskörper und -Battarien erhellt; in der ganzen Stadt war die Aktion zu sehen und hören. Kurz darauf düsten Bundespolizei und Bundeswehr (!) mit hohem Tempo in die Plöner Innenstadt.
Trotz des hohen Polizeiaufgebots und Gipfel Security ging in beiden Nächten und am Tag nicht ein Anruf beim EA ein. Dieser ist noch bis morgen Abend permanent- 24 Stunden am Tag- besetzt. Hier die Nummer: 0431 5303436.
Heute, am Donnerstag, lädt die GES Protestkoordination zu Chill Out Party in den Kampagneninfopoint „Libertärer Laden“ in der Iltisstraße 34 in Kiel-Gaarden ein. Morgen enden die Aktionstage dann mit dem dezentralen Aktionstag ab 15:30 vor dem Plöner Arbeitsamt. Ab Kiel treffen sich die AktivistInnen um 14:15 am Hbf, und fahren um 14:30 mit dem Zug/Bus nach Plön.
Die Ideologiemaschinerie des Global Economic Symposium sabotieren!!!
p.s.: weitere Berichte und vor allem Fotos von den Aktionen wären als Ergänzung Klasse!
IfW-Präsident in Kiel mit Eiern attackiert
0 Kommentare Published Samstag, 8. August 2009 by GES-Koordination in PresseOriginalartikel unter Indymedia
Während einer Podiumsdiskussion im Grünen Salon der Kieler Landesbibliothek wurde der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft und Geschäftsführer des Global Economic Symposiums mit Eiern attackiert.
http://de.indymedia.org/2009/09/259954.shtml) dar.Geladen war, nebst Oberkirchenrat Wolfgang Vogelmann von der Nordelbischen Kirchengemeinde und Barbara Unmüßig von der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin, der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft und Geschäftsführer des GES Prof. Dr. Dennis Snower.
Nachdem Herr Snower auf dem Podium einige abstruse Gleichnisse zum Besten geben konnte (der Kapitalismus sei natürlich ebensowenig dafür geschaffen globale Gerechtigkeit herzustellen, wie ein Herzchirurg geeignet effektive Katastrophenhilfe zu organisieren, jedoch wie dieser letztlich von immenser Wichtigkeit), wurde er gegen Ende der Veranstaltung von einem Aktivisten, der der Veranstaltung bis dahin beigewohnt hatte, mit Eiern attackiert und nur knapp verfehlt.
Der Aktivist konnte den Veranstaltungsraum ungehindert verlassen und proklamierte von der Tür aus: "Du bist und bleibst ein Kapitalistenschwein, Snower!".
Während die Aktion von einzelnem Klatschen unterstützt wurde, kommentierte Frau Unmüßig von der Heinrich-Böll-Stiftung vor laufenden Kameras: "Das war wohl der konstruktivste Beitrag heute Abend."
Diese Aktion ist ebenso wie die Entglasung des Jobcenters in Kiel-Gaarden vergangendes Wochenende (
http://de.indymedia.org/2009/09/259988.shtml) in Bezug zu den heute mit einer Demonstration beginnenden Protesten rund um und gegen das Global Economic Symposium (
http://de.indymedia.org/2009/09/260108.shtml) zu betrachten.Der Geschäftsführer des sich alternativ gebenden Wirtschaftsgipfels konnte erfolgreich demaskiert werden als das was er ist: ein maßgeblicher Teil einer selbsternannten Elite, die die aktive Reproduktion der bestehenden Verhältnisse konkret entwirft und vorantreibt.
Protest zum GES in Kiel
0 Kommentare Published Freitag, 7. August 2009 by GES-Koordination in PresseOriginalartikel unter Indymedia
Vom 03.09.09 auf den 04.09.09 haben Personen das Jobcenter in der Bahnhofsstr. 38a mit Steinen und Farbe angegriffen. Diese Aktion richtet sich gegen das Global Economic Symposium und gilt als Auftakt zu den Protesten ( http://ges-ploen.blogspot.com/).
Das Bekennerschreiben tauchte daraufhin an verschiedenen Orten auf.
Bekennerschreiben:
"WIR HABEN IN DER NACHT VOM 3.AUF DEN 4.9 DAS JOBCENTER KIEL GAARDEN IN DER BAHNHOFSSTR.38a MIT STEINEN UND FARBE ANGEGRIFFEN.WIR RICHTEN UNS MIT DIESER AKTION GEGEN DAS IN PLÖN STATTFINDENDE GES (GLOBAL ECONOMYC SYMPOSIUM). DAS GES ARBEITET NACH DEN MARKT ORIENTIERTEN GESETZEN REFORMVORSCHLÄGE AUS UND ZEMENTIERT DIESE IDEOLOGISCH.HIERBEI GEHT ES NICHT DARUM EIN LEBENSWERTES LEBEN FUR ALLE ZU ERMÖGLICH,SONDERN DEN KAPITALISMUS AM LEBEN ZU ERHALTEN.DEM STELLEN WIR UNS UNVE4RSÖHNLICH ENTGEGEN.DER KAPITALISMUS IST EIN SYSTEM, IN DEM DER MENSCH ZU EINEM ÖKONOMISCHEN PROBLEM/FAKTOR DEGRADIERT WIRD, AUS DIESER LOGIK RESULTIERT EINE ÜBERFLÜSSIGKEIT DER JENIGEN FÜR DIE KEINE VERWENDUNG MEHR IST. DIESE MENSCHEN WERDEN VOM JOBCENTER DRESSIERT UND VERWALTET. FÜR EIN RESPEKTVOLLES UND SELBSTBESTIMMTES LEBEN FÜR ALLE! GES ENTLARVEN! KAPITALISMUS ÜBERWINDEN! TEAM ALLES FÜR ALLE"
Der Protest zum Global Economic Symposium zur Krisenzeit ist ein Versuch eine antikapitalistische Bewegung zu stärken und zu etablieren.
Welcome to Reality: Demo gg. GES& IfW in Kiel
0 Kommentare Published by GES-Koordination in PresseOriginalartikel unter Indymedia
Ein Tag vor dem Beginn des ‚Global Economic Symposiums (GES)’ in Plön (siehe auch http://de.indymedia.org/2009/09/260108.shtml & http://de.indymedia.org/2009/09/259954.shtml) zog eine lautstarke und kämpferische antikapitalistische Demonstration vom Hauptbahnhof zum ‚Institut für Weltwirtschaft (IfW)’, dem Hauptausrichter des GES. Die Demonstration stellte den offiziellen Auftakt der Aktionstage dar, zu denen die GES-Protestkoordination ( http://ges-ploen.blogspot.com/) im Rahmen ihrer Kampagne „Welcome to Reality! Abolish Capitalism- Die Ideologiemaschinerie des Global Economic Symposiums sabotieren!“ aufgerufen hat.
Früh wurde deutlich, dass die Polizei mit starken Kräften vor Ort auftreten würde. Ein Konvoi aus etwa 15 Einsatzwägen fuhr um ca. 16:30 Uhr in die Schleswig-Holsteinische Landeshauptstadt ein, um die dortigen Einsatzkräfte zu verstärken. Als sich um 18:00 Uhr die TeilnehmerInnen der Demonstration am Vorplatz des Hauptbahnhofes versammelten, ließ sich dieses Aufgebot an Polizei nicht mehr rechtfertigen. Mit 135 TeilnehmerInnen wurde ein Ziel der langen und ausführlichen Mobilisierung der GES-Protestkoordination, nämlich deutlich mehr Menschen als im letzten Jahr ( http://de.indymedia.org/2008/09/226330.shtml) auf die Straße zu bringen, an diesem Ersten der vier Aktionstage nicht erreicht. Dies tat nach einem kurzen ernüchterten Schlucken der Stimmung auf der Demonstration jedoch keinen Abbruch. Die TeilnehmerInnen skandierten von Anfang bis Ende der langen Strecke motiviert Sprechchöre, die sich gegen das herrschende Wirtschaftssystem richteten und den Aufbruch zu einer Revolte für eine befreite, emanzipierte Gesellschaft proklamierten. Die GES-Protestkoordination legte in den Redebeiträgen, die auf Zwischenkundgebungen sowie auf der laufenden Demo gehalten wurden, Schwerpunkte auf die „unübersehbaren Widersprüche der bürgerlichen Gesellschaft“ (Aufruf zu den Aktionstagen http://ges-ploen.blogspot.com/search/label/Aufruf). Die militarisiert/privatisierte, menschenverachtende und nicht selten tödliche Migrationspolitik der EU-Staaten wurde in der ersten Rede vor der Kieler Behörde für Ausländerfragen thematisiert. Ergänzt wurde diese durch eine kurze Darlegung der GES Agenda „Making Migration Work“, in der Computer erstellte Prognosen die verträgliche Anzahl von Flüchtlingen für die Ökonomien der Zielländer festlegen; Ökonomien, deren Problem nicht eine Knappheit an Gütern ist, sondern umgekehrt eine enorme Überproduktion. Während auf der einen Seite niemand weiß, wohin der ganze Wohlstand soll, wird auf der anderen Seite künstlich Armut und Mangel geschaffen, und an diesen unsinnigen Verhältnissen eine pseudo rationale Begründung zur „Regulierung“ - also Repression- von Migration und MigrantInnen ausgerichtet. Darüber hinaus propagiert das GES die weitere Einbeziehung privater Unternehmen in die Migrationspolitik der Staaten. Die „Agentur“ Frontex, deren Machenschaften in der Rede thematisiert wurden, ist ein Beispiel für diese sich immer weiter pervertierende Entwicklung. Von dort aus Zog die Demonstration, an deren Spitze sich ein ansehnlicher Block mit Transparenten an beiden Seiten gebildet hatte, mit lauten Sprechchören, musikalischer Untermalung und kurzen Grüßen vom Lautsprecherwagen an die PassantInnen durch die Kieler Innenstadt. Fleißige VerteilerInnen brachten den Aufruf der GES-Protestkoordination unter die vorbeigehenden Menschen. Auf der Höhe des Dreiecksplatzes hielt die Kieler Freie Arbeiter- und Arbeiterinnen Union (FAU - http://www.fau.org/ortsgruppen/kiel/) auf der laufenden Demonstration einen Redebeitrag, in der in erster Linie auf die enorme Zunahme von Zeit- und Leiharbeit Bezug genommen wurde. Dies sei Resultat einer – das gesamte GES durchdringenden – bürgerlichen Ideologie, die Lohnarbeit als Sinn und Zweck menschlicher Existenz definiert und so jedes noch so mieses Beschäftigungsverhältnis als Glücksfall interpretiert, wenn durch dieses Arbeitslosigkeit verhindert werden kann. Gleichzeitig sind Zeit- und Leiharbeitsfirmen Vorreiter bei der „Organisation von Arbeit als Repressionsinstrument“, wie es auf einer der Veranstaltungen der GES-Protestkoordination im Vorfeld der Demonstration hieß ( http://ges-ploen.blogspot.com/search/label/Archiv). Zum Schluss rief die FAU Kiel noch zu der Beteiligung an der bundesweiten Aktionswoche gegen Leiharbeit vom 18.-25. September auf ( http://www.leiharbeit-abschaffen.de/). Im Anschluss daran hielt das neu gegründete Bildungssyndikat Kiel eine Rede vor dem Bildungsministerium. In ihr wurde u.a. auf die GES Agenda „Fighting Inequality through Education“ Bezug genommen. Es wurde klargestellt, dass Ungleichheit nicht durch die fehlende Qualifikation der betroffenen Menschen, also durch sie selbst verursacht entsteht, sondern Resultat der ausbeuterischen Machtverhältnisse ist. Das GES versucht genauso wie alle Parteien bei der Bundestagswahl- denn jede stellt sich als Bildungspartei dar – nicht die Frage nach dem Besitz und der Kontrolle von Wohlstand und Produktionsmitteln hinsichtlich der Bewältigung der sozialen Krise in den Vordergrund zu richten, sondern die Menschen als noch zu defizitär an die Bedürfnisse der Ökonomie angepasst darzustellen. Um sich von den Phrasen um den Wert der Bildung nicht einlullen zu lassen, propagierte das Bildungssyndikat die Sabotage und den solidarischen Zusammenhalt gegen den Leistungsterror in Schule und Uni. Die letzte Strecke führte im einsetzenden Sonnenuntergang an der Kieler Förde entlang zum IfW. Bis zum Beginn des Regierungsviertels war der Weg gut mit Publikum gefüllt. Vor dem IfW angelangt, wurden die Eckpunkte der Kritik am GES und dem IfW im Rahmen der Abschlusskundgebung nochmals verdeutlicht. Außerdem wurde zur Teilnahme am Schanzenfest kommenden Samstag sowie den Aktionen gegen den Geburtstag des Neonazi Dreckslochs „Club 88“ in Neumünster ( http://antifanms.blogsport.de/?p=81) aufgerufen. Und natürlich zur weiteren Beteiligung an den Aktionen gegen und rund um das GES in Plön in den nächsten Tagen. Letztendlich waren die meisten TeilnehmerInnen sowie VeranstalterInnen mit der Demo trotz der zunächst enttäuschenden Größe zufrieden, da sie ein kämpferisches und inhaltsreiches Zeichen für antikapitalistischen Protest in Kiel setzte. Gehofft wird, dass in den nächsten Jahren auch Gruppen aus anderen Städten Norddeutschlands sich an der Mobilisierung und Planung der Proteste gegen die Ideologiemaschinerie des Global Economic Symposiums beteiligen.
Kiel/Plön: Zu den Anti-GES Aktionstagen 2009
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Am Dienstag, den 8.9.09 - ein Tag vor dem Beginn des "Global Economic Symposiums" in Plön - ruft die GES-Gegenkoordination zu der Demonstration "Welcome to Reality! Abolish Capitalism - Die Ideologiemaschinerie des Global Economic Symposiums sabotieren!" in Kiel auf, die um 18:00 Uhr am Hauptbahnhof starten wird.
Ziel der Demo ist das "Institut für Weltwirtschaft" (IfW) in Düsternbrook. Das IfW ist Hauptausrichter des Gipfels und einer der wichtigsten Beratungsinstitutionen für Wirtschaftsfragen für Unternehmen und Politik in Deutschland. Das IfW und das GES zielen darauf ab, die im Angesicht der Finanz- und Wirtschaftskrise unübersehbaren Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaft zu verschleiern. Es wird versucht, durch den Schulterschluss von Politik (etwa durch die Teilnehmenden EU DiplomatInnen oder die OECD), Wissenschaft (die Kieler Uni, die Zentral Bibliothek für Wirtschaftswissenschaften oder eben das IfW) und Unternehmen (Hauptprominente beim GES 2009 sind Paul Bulke, Vorstandsvorsitzender des weltgrößten Konzerns Nestlé sowie Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank) sowie dem "Dialog mit der Zivilgesellschaft" (z.B. Gipfelteilnehmer Greenpeace) einen herrschaftskonformen Weg aus der Krise als breiten Konsens zu generieren. Die Interessen der globalen Wirtschaftselite werden als die der Gesamtheit inszeniert. Gegen dieses Event der kapitalistischen Ideologiemaschinerie mobilisiert in diesem Jahr ein explizit antikapitalistischer Vorbereitungskreis zu Aktionstagen in Kiel und Plön, deren Auftaktveranstaltung die morgige Demonstration darstellt. Die GES-Gegenkoordination hat sich zum Ziel gesetzt, das Gesäusel aus Einheitsparolen und elitärem Vertretungsanspruch lautstark zu unterbrechen und ruft dazu auf, zahlreich zur Demonstration am Dienstag zu kommen und sich an den weiteren Aktionen gegen und rund um das Global Economic Symposium 2009 zu beteiligen Bereits in den vergangenen Wochen fanden verschiedene gut besuchte inhaltliche Vorabveranstaltungen zu den Themenkomplexen Arbeit, Migration, Bildung und Klima statt, in denen die jeweiligen technischen Herangehensweisen des GES analysiert wie kritisiert wurden und alternative Perspektiven aufgezeigt wurden. Die behandelten Themen werden ebenfalls die zentralen Bausteine des inhaltlichen Ausdrucks der bevorstehenden Aktionen sein. Außerdem wurde mit mehreren Mobilisierungsveranstaltungen auch überregional zu den Aktionstagen aufgerufen. Darüber hinaus kam es bereits im Vorfeld auch zu öffentlichkeitswirksamen Aktionen anlässlich des GES: So fand bereits im Juli eine Kundgebung vor dem IfW statt, die sich als Auftakt der Mobilisierung verstand und sich mit dem zeitgleich stattfinden Anti-G8-Protesten in Italien solidarisierte ( http://de.indymedia.org/2009/07/256161.shtml). In der vergangenen Woche wurde außerdem ein Jobcenter in Kiel angegriffen. In einem BekennerInnenschreiben stellten die AktivistInnen einen Bezug zum bevorstehenden GES und den Gegenprotesten her ( http://de.indymedia.org/2009/09/259988.shtml). Erstmalig aus antikapitalistischer Perspektive auf die Tagesordnung gebracht wurde das GES schon anlässlich seiner Premiere im vergangenen Jahr, als etwa 150 Menschen in Plön demonstrierten ( http://de.indymedia.org/2008/09/226330.shtml). Neben den antikapitalistischen Aktionstagen findet parallel zum GES außerdem der "1.Politische Kirchentag Plön" ( http://www.politischer-kirchentag-ploen.de/) statt, der sich als kritisch-kirchlich bzw. zivilgesellschaftlich versteht und u.a. von attac unterstützt wird. Dass hier allerdings auch VertreterInnen des IfW ein Podium geboten wird, spiegelt jedoch den kritikwürdigen Anspruch des Kirchentages wieder, sich als Dialogpartner des GES etablieren zu wollen. Weitere Informationen zu den Aktionstagen und alles Wissenswerte zur unterstützenden Struktur finden sich auf der Website der GES-Gegenkoordination ( http://ges-ploen.blogspot.com/). Mehr zum Charakter des GES lässt sich dem ausführlichen, kürzlich auf Indymedia veröffentlichten Hintergrundartikel entnehmen ( http://de.indymedia.org/2009/09/259954.shtml).
Das Global Economic Symposium 2009 – Schein und Wirklichkeit
0 Kommentare Published Donnerstag, 6. August 2009 by GES-Koordination in PresseOriginalartikel unter Indymedia
Bericht über das Elitentreffen zur Rettung der Welt im Schloss Plön vom 9.-11. September, sowie den mit der Auftaktdemonstration in Kiel am Dienstag, den 8. September beginnenden Gegenaktivitäten.
„Demokratie ist das politische Ordnungsprinzip, das den freien Willen von Individuen und Gesellschaft auf das Produktivste miteinander verknüpft. Marktwirtschaft ist der zentrale Schlüssel zur Entfesselung von Produktivkräften und eine Vorraussetzung zur Verwirklichung gesamtgesellschaftlichen Wohlstands. Die Verbindung von Demokratie und Marktwirtschaft bildet das Kernelement der Zukunftsfähigkeit von Staaten.“ (Den Wandel Gestalten- Strategien der Transformation, Bertelsmann Stiftung 2001) „Durch die Unterstellung des gesamten Lebens unter die Erfordernisse seiner Erhaltung garantiert die befehlende Minorität mit ihrer Sicherheit auch den Fortbestand des Ganzen.“ (Adorno/Horkheimer: Dialektik der Aufklärung, 1944) Staatstragende Festlichkeiten in der norddeutschen Provinz, sich aufgeregt anbiedernde Studierende der Sozialwissenschaften in Kiel, eingeworfene Scheiben und Politgraffiti beim Arbeitsamt, Unterrichtsausfall für zwei Propaganda Stunden an einem Plöner Gymnasium, eine begeisterte Presse und ein linksradikaler Sabotageaufruf. Je näher der Beginn des zweiten Global Economic Symposiums und der dagegen angesetzten Proteste rückt, desto höher schlagen die Gemüter an der Schleswig-Holsteinischen Ostsee. In der Kleinstadt Plön rüsten sich Polizei und Sicherheitsdienste für den Besuch von Axel Weber (Präsident der Deutschen Bundesbank), Aart de Geus (Stellvertretender Generalsekretär der OECD), Paul Bulke (Vorstandsvorsitzender Nestlé), Justin Yifun Lin (Weltbank), Jorma Ollila (Chairman, Royal Dutch Shell), Janez Potocnic (EU-Kommissar, Wissenschaft und Forschung), Josef Ackermann (Vorstandsvorsitzender Deutsche Bank) und vielen anderen „Hochkarätern“, wie Jens Paustian, Bürgermeister der Stadt Plön, gerne und stolz verkündet. In der linksradikalen Szene im benachbarten Kiel wird sich hingegen für die von der „GES Protest Koordination“ ( http://ges-ploen.blogspot.com/) ausgerufenen Aktionstage gerüstet, insbesondere für die Auftaktdemo in Kiel am 8. September (Beginn 18:00 Uhr Hauptbahnhof), sowie die dezentralen Aktionen am Freitag, den 11. September (ab 15:30 Uhr in der Plöner Innenstadt). Sowohl die GipfelveranstalterInnen wie auch die GES Protest Koordination lieferten sich im vergangenen Monat August einen regelrechten Veranstaltungsmarathon. Das ‚Institut für Weltwirtschaft’ (IfW) in Kiel, eines der wichtigsten wirtschaftlichen Beratungsinstitutionen der Bundesregierung, zog als hauptverantwortliches Organ für den Gipfel eine Werbestrategie auf, die sich vor allem an das nachrückende ‚Bildungsbürgertum’ an Universitäten und Gymnasien richtete, sowie natürlich an die lokale und bundesweite Presse. Es wurden Preisausschreiben für ‚innovative Ideen’ angesetzt, bei denen Studierende und SchülerInnen anbiedernde Aufsätze schreiben durften, die dann, als mögliche Belohnung, auf dem GES den milde und gönnerisch lächelnden Eliten vorgelesen werden. Der Presse wurde vermittelt, dass es sich hier um ein Wirtschaftstreffen von „internationalem Rang“ (Die Welt), um ein „innovatives Forum für Politik und Wirtschaft mit Relevanz für die ganze Welt“ (Die Zeit), um ein Treffen, dass die „die weltweite Zusammenarbeit von Unternehmen, Wissenschaft und Politik stärken“ soll (Hamburger Abendblatt), schlicht um ein „deutsches Davos“ (FAZ) handelt. Auf den thematischen Infoveranstaltungen der GES Protestkoordination wurde versucht, die ideologischen Phrasen des sich alternative gebenden Gipfels zu widerlegen. Es wurden sich vier Themengebiete des GES exemplarisch herausgenommen- Bildung, Umwelt, Migration, Arbeitsmarktpolitik- und über einen Monat zu jedem Thema ein ausführlicher Themenabend gestaltet (Ankündigungstexte unter http://ges-ploen.blogspot.com/search/label/Veranstaltungen ; sowie http://ges-ploen.blogspot.com/search/label/Archiv ). Gemeinsamer Nenner dieser Themenabende war die Erkenntnis, dass das GES sich als marktradikaler Think Tank der Überlagerung und Vereinnahmung von Kritik zwecks eines neuen herrschaftskonformen Diskurses widmet. Dies wird schon in der Gipfelkonzeption durch den IfW Präsidenten und GES-Direktor Dennis Snower deutlich: „Die Welt wird nach der Finanzkrise nicht mehr die gleiche sein wie vor den weltweiten Turbulenzen. Die Finanzmärkte werden zukünftig stärker reguliert sein, die steigende Staatsverschuldung wird zu neuen Ungleichgewichten in der Weltwirtschaft führen, die Verlierer der Finanzkrise werden immer lauter nach staatlicher Unterstützung rufen und die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung der Weltwirtschaft wird mit Hinblick auf den Umweltschutz und die Entwicklung der ärmsten Länder der Welt unter einen noch stärkeren Finanzvorbehalt als bisher gestellt werden. Wir werden daher auf dem zweiten Global Economic Symposium schwerpunktmäßig an Antworten auf die globalen Herausforderungen der Finanzkrise arbeiten“. Die GES Protestkoordination und die ReferentInnen der Veranstaltungen interpretieren diese Gipfelausrichtung als elitäre und hoch autoritäre Gesinnungsanweisung, als ideologischen Neuanstrich des (be-)herrschenden Diskurses, als überarbeite Verschleierungstaktik von Ausbeutungs- und Herrschaftsverhältnissen. Außerdem wurde sich ein Konzept ausgedacht, um die theoretische, ideologisch aufgeladene Agenda des GES auf seine materiellen Entsprechungen in der Wirklichkeit zu beziehen (daher auch der Kampagnenslogan „Welcome to Reality“). So wird es am Freitag dezentrale Aktionen und Kundgebungen zu den Themen Arbeit und Ausbeutung, Flucht-Migration-Abschiebung sowie Militarismus und Militarisierung der Ökonomie geben. Genaueres wird ab Dienstag bekannt gegeben werden, wie die GES Protestkoordination mitteilte. Das GES beschwört eine Art ‚globale Volksgemeinschaft’. Gerade in der Finanz- und Wirtschaftskrise wird wieder vermehrt ein Tenor des ‚alle in einem Boot’ bemüht, aber auch wieder nach Regeln und Ordnung verlangt. Wie der Neoliberalismus den Interventionsstaat als sozialistisches Überbleibsel und Ursache von Krise und Armut geißelte, wird nun von den selben Eliten der Interventionsstaat als Rettung vor dem Weltuntergang bejubelt- allerdings mit verkehrten Vorzeichen: nicht mehr als konsumorientierter Marktteilnehmer und Arbeitgeber wie in den Konzeptionen von Keynes, sondern als Stütze für Welthandel und als Garant der Stabilität der Finanzhäuser. Die gesellschaftspolitische Vermittlung dieses Anliegens jedoch fußt auf einem fast als unhistorisch zu bezeichnenden Blickwinkel. Sie blendet aus, dass sowohl der Interventionsstaat als auch der Neoliberalismus die Krisen nicht erst geschaffen haben, sondern zur Vermeidung von Systemkrisen der Marktwirtschaft entwickelt worden sind. Wenn der Staat technokratisch in die Ökonomie eingreift, dann verdinglicht er deren Strukturen zu immergleichen Naturgesetzen- er kann die Krisen, die er abzufedern oder zu überwinden sucht, nur verdoppeln, nur reproduzieren. Die Ursache der Krise ist der Interventionsstaat aber nicht. Die systemimmanenten Ansätze zur Milderung der systemimmanenten Probleme führen zu einer Transformation der marktwirtschaftlichen Krisen bei Beibehaltung der Grundlagen. Die Intensivierung der technischen Rationalisierung von Produktion und Absatz bleibt die Handlung bestimmende Motivation, ob sich nun die Krisenbewältigung durch den Aufbau eines Interventionsstaates oder durch dessen Abbau auszeichnet. (Vergleiche G. Stapelfeldt, „Zur deutschen Ideologie). Im GES spiegelt sich der Trend der Geistes- und Sozialwissenschaften wieder, sich ihrem Untersuchungsgegenstand- der Gesellschaft- nicht kritisch zu nähern, sondern sich im Dienst der herrschenden Verhältnisse nützlich zu machen. Durch die Anwesenheit von ‚WissenschaftlerInnen’ sollen die Programme und Postulate des GES objektiv und allgemeingültig wirken. Dass die vereinigten AkademikarInnen und ihr studentisches Fußvolk sogar in diesen Zeiten derart Systemkonform denken, obwohl sich die Herrschaft nicht mehr hinter einer das Phantom vom ‚globalen Subjekt’ freisetzenden Finanzblase verstecken kann, ist Resultat einer anhaltenden Kapitulation des Wissenschaftsbetriebes vor der Übermacht des Kapitalismus internen Rationalismus. Somit kommt Wissenschaft lediglich ihrer Aufgabe in der arbeitsteiligen Gesellschaft nach, brauchbares Material zur Erhaltung des Bestehenden zu liefern. Neuartige Erkenntnisse oder Definitionen, die nach diesen Vorraussetzungen zustande kommen, entspringen also nicht (bzw. nicht nur) ihrer objektiven Wahrhaftigkeit, sondern hängen „… unter anderem auch von Richtung und Zielen der Forschung ab, die aus ihr selbst weder zu erklären noch gar letztlich einsichtig zu machen sind.“ (Max Horkheimer: Traditionelle und kritische Theorie). Forschung und Wissenschaft werden durch ihre institutionelle Verwurzelung im historischen, sozialen und ökonomischen Ganzen in ihrer Ausrichtung beeinflusst, wenn nicht sogar determiniert. Kleine Leuchtfeuer-Signale, dass die Ideologieoffensive des GES nicht auf ganzer Linie erfolg haben wird, wurden auch schon auf Indymedia dokumentiert ( http://de.indymedia.org/2009/07/256161.shtml; http://de.indymedia.org/2009/09/259742.shtml ) Die Stimmung in Kiel ist gespannt und zuversichtlich, dass es dieses Jahr zu breiteren Protesten als im letzten Jahr kommen wird- auch wenn die Kommunikations- und Mobilisierungspolitik der GES Protestkoordination aufgrund personeller Engpässe erneut ein Problem darstellte. Schon ab Montag ist mit einem erhöhten DiplomatInnen und LobbyistInnen Aufkommen in Kiel und Plön zu rechnen, kritische und spontane Menschen sollten die Augen offen halten. Ab Dienstag heißt es dann: „Welcome to Reality! Abolish Capitalism- Die Ideologiemaschinerie des Global Economic Symposium in Plön sabotieren!“ „Selbst im höchstorganisierten Kapitalismus bleibt das gesellschaftliche Bedürfnis nach privater Aneignung und Verteilung des Profits als Regulator der Wirtschaft erhalten. Das heißt, er verknüpft weiterhin die Verwirklichung des allgemeinen Interesses mit der partikulärer, althergebrachter Interessen. Indem er so verfährt, steht er weiterhin dem Konflikt gegenüber zwischen dem anwachsenden Potential, den Kampf ums Dasein zu befrieden, und dem Bedürfnis, diesen Kampf zu intensivieren; […] Dieser Konflikt verewigt die unmenschliche Existenz derer, die die menschliche Basis der sozialen Pyramide bilden, die Außenseiter und Armen, die Arbeitslosen und Arbeitsunfähigen.“ (Herbert Marcuse, Der Eindimensionale Mensch)
Kiel: Kundgebung gegen G8 und GES vor dem IfW
0 Kommentare Published Samstag, 25. Juli 2009 by GES-Koordination in Presse
Originalartikel unter: http://de.indymedia.org/2009/07/256161.shtml
Am vergangenen Freitag (10.7.) fand vor dem "Institut für Weltwirtschaft" (IfW) im Kieler Nobel- und Regierungsbezirk Düsternbrook eine Solidaritätskundgebung für die Proteste gegen den G8 Gipfel in Italien statt. Sie bildete gleichzeitig den Mobilisierungsauftakt für die Aktionen gegen das "Global Economic Symposiom" (GES) in Plön, dem selbsternannten Mini-Davos und G8 Nachbereitungstreffen der Hinterbänkler aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Das IfW richtet diesen von "Global Players" wie Porsche oder BASF gesponserten Gipfel aus, und gilt als eines der wichtigsten wirtschaftlichen Beratungsinstitute der Bundesregierung.
Hinweis: Der Aufruf zur Kundgebung sowie ein erster Text zum GES finden sich auf der angegeben Website.